Leonhart Fuchs Werner Waimann

Leonhart Fuchs: Das Kršuterbuch von 1543

Lauch (244) vorheriges Kapitel Inhaltsverzeichnis folgendes Kapitel wildem Bertram (246)
 

Von Lungenkraut. Cap. CCXLV.

 

Abbildung Lungenkraut
Lungenkraut ( CCCLXIII )
Abbildung: Seite 635

Deutsch: Lungenflechte
English: Lungwort
English: Lungs, oak
Francais: pulmonaire des chÍnes
Latein: Lobaria pulmonaria

Namen.

L
Ungenkraut hat seinen namen von der lungen / welcher es gleich sicht / oder welches gebresten es seer hilfflich ist. Zu unsern zeiten würts in Lateinischer spraach Pulmonaria geheyssen. Wie aber diß gewechß bey den alten genent sey / und ob es jnen bekant gewesen oder nit / kan ich diser zeit nit wissen.

Gestalt.

   Lungenkraut hat breyte geruntzelte bletter über einander geschossen / weit von einander zerkerfft / mit vilen grüblin / oben schön grün / unden aber weiß / mit geeler farb gemengt / wie ein leder / und mit vilen mackeln besprengt

Statt seiner wachsung.

   Das Lungenkraut wechßt an den miesechten Eychböumen und Buchböumen / etwan auch an den miesigen felsen / in den dunckeln wälden.

Zeit.

   Lungenkraut würt im summer fürnemlich gefunden / an den orten yetzund angezeygt.

Die natur und complexion.

   Fast all so von den kreütern geschriben haben / vermeinen das Lungenkraut sey kalt und feücht. Aber sie jrren / meins bedunckens / nit wenig / dann es einerley natur hat mit dem Eychbaum / daran es wechßt. Derhalben so trücknet das Lungenkraut seer / dieweil es seer zusamen zeücht / ist aber in der werme fast mittelmässig.

Krafft und würckung.

   Das Lungenkraut gedörrt und ein pulver darauß gemacht jngenommen / heylet die geschwär der Lungen krefftiglich. Gedachts pulver in die andern wunden gestrewet / heylet dieselbigen. Es ist auch on zweifel gut in wein jngenommen für das blut speien / für den langwirigen bauchfluß / und den frawen so zuvil fliessen. Das Lungenkraut übergelegt / ist nützlich den frischen unn zunemenden beulen. Ob er denen so volkommenlich gewachsen seind / ist es schädlich. Die Hirten geben diß kraut mit saltz vermischt dem viech und schaaffen / so sie husten / und ein böse lungen haben.

nach oben

Lauch (244) vorheriges Kapitel Inhaltsverzeichnis folgendes Kapitel wildem Bertram (246)